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9 : Abth. 2, Nachgelassene Werke ; Bd. 1 (1903) Aus den Jahren 1869 - 1872
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Die Musik beweist, wie jene ganze Welt in ihrerVielheit nicht mehr als Dissonanz empfunden wird.

Das Leidende, Kämpfende, sich Zerreissende ist immernur der eine Wille: er ist der vollkommene Widerspruchals Urgrund des Daseins.

Die Individuation ist also Resultat des Leidens,nicht Ursache. Das Kunstwerk und der Einzelneist eine Wiederholung des Urprocesses, aus demdie Welt entstanden ist, gleichsam ein Wellenring inder Welle.

136.

Das Projiciren des Scheins ist der künst-lerische Urprocess.

Alles was lebt, lebt am Scheine.

Der Wille gehört zum Schein.

Sind wir zugleich das eine Urwesen? Mindestenshaben wir keinen Weg zu ihm. Aber wir müssen essein: und ganz, da es untheilbar sein muss.

Die Logik ist genau nur auf die Welt der Erschei-nung an gepasst: in diesem Sinne muss sie sich mit demWesen der Kunst decken. Der Wille bereits Er-scheinungsform: darum ist die Musik doch nochKunst des Scheins.

Der Schmerz als Erscheinung schweres Problem!Das einzige Mittel der Theodicee. Der Frevel als dasWerden.

Der Genius ist die Spitze, der Genuss des einenUrseins: der Schein zwingt zum Werden des Geniusd. h. zur Welt. Jede geborene Welt hat irgendwo ihreSpitze: in jedem Moment wird eine Welt geboren, eineWelt des Scheins mit ihrem Selbstgenuss im Genius.Die Aufeinanderfolge dieser Welten heisst Causalität.

Nietzsche, Werke II. Abtheilung-. Bd, IX.

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