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9 : Abth. 2, Nachgelassene Werke ; Bd. 1 (1903) Aus den Jahren 1869 - 1872
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120
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Zweck solcher Wirklichkeit ist allerdings, als solchezu wirken. Wir sollen nicht zwischen Schein und Wahr-heit schwanken. Das pathologische Interesse ist hierGebot. Wir fühlen, als ob wir es erlebten. Wer diesenSchein am stärksten erregt, ist der beste Dichter: nurist es wesentlich, wen er zu täuschen hat. Das Ideal ist,dass er sich selbst zu täuschen weiss. Hier liegt aller-dings der Maassstab des Kunstwerks ausserhalb. Es treibtzur Erkenntniss und zur That als <wirkendes wirklichesKunstwerk.

102.

Der wahre Schauspieler verhält sich so zu seinerRolle, wie der dramatische Künstler zum Leben, das erdarstellt. Äschylus dichtete so, wie er als Schauspielerspielte.

Die dramatische Musik ist demnach Plastik im höherenSinne: das künstlerische Auge ruht sonnenhaft auf demGanzen.

103.

Die hellenischen Wahnvorstellungen und die ihnenentgegenarbeitenden Auflösungskräfte. Welches ist dieAbsicht des Willens in diesen Auflösungen?

Die Geburt der Gelehrsamkeit und der Wissenschaftals neuer Daseinsformen.

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Bei den meisten Gelehrten giebt es einen luxuriösenTrieb zu lernen. Wer will noch weise werden? Werwill noch denken und forschen, um zu handeln? Träg-