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noster, die Präfation, der Segen wird zum declamato-rischen Gesänge.“ Überhaupt erinnert in dem Ritualedes Hochamtes vieles an das griechische Musikdrama,nur dass in Griechenland alles viel heller sonniger über-haupt schöner war, dafür auch weniger innerlich undohne jene räthselvolle unendliche Symbolik der christ-lichen Kirche.
Hiermit bin ich, geehrteste Versammlung, zum Schlussgekommen. Ich verglich vorhin den Schöpfer des antikenMusikdramas mit dem Pentathlos, dem Fünfkämpfer: einanderes Bild wird uns die Bedeutung eines solchenmusikdramatischen Fünfkämpfers für die gesammte alteKunst näher bringen. Für die Geschichte der antikenBekleidung hat Äschylus eine ausserordentliche Be-deutung, insofern er den freien Faltenwurf, die Zierlich-keit Pracht und Anmuth des Hauptgewandes einführte,während vor ihm die Griechen in ihrer Kleidung bar-barisirten und den freien Faltenwurf nicht kannten. Dasgriechische Musikdrama ist für die gesammte alte Kunstjener freie Faltenwurf: alles Unfreie, alles Isolirte dereinzelnen Künste ist mit ihm überwunden; bei ihrem ge-meinsamen Opferfeste werden der Schönheit und zugleichder Kühnheit Hymnen gesungen. Gebundenheit unddoch Anmuth, Mannichfaltigkeit und doch Einheit, vieleKünste in höchster Thätigkeit und doch ein Kunstwerk— das ist das antike Musikdrama. Wer aber bei seinemAnblick an das Ideal des jetzigen Kunstreformators er-innert wird, der wird sich zugleich sagen müssen, dassjenes Kunstwerk der Zukunft durchaus nicht etwa eineglänzende, doch täuschende Luftspiegelung ist: was wirvon der Zukunft erhoffen, das war schon einmal Wirk-lichkeit — in einer mehr als zweitausendjährigen Ver-gangenheit.