2Q
in der Überschätzung alter Handschriften als absoluterNorm u. s. w.
19.
Der Philologe liest noch Worte, wir Modernen nurnoch Gedanken.
20.
Wer die Sprache an sich interessant findet, ist einAnderer, als wer in ihr nur das Medium interessanterGedanken erkennt.
21.
Die Sprache ist das Alleralltäglichste: es muss einPhilosoph sein, der sich mit ihr abgiebt.
22.
Es ist das Wesen der Wissenschaft, das Nächste undAlltäglichste seiner selbst wegen anzusehen: wenn wiraber das Alltäglichste, die Gegenwart verstehen wollen,so werden wir Historiker.
23 -
Stellen wir uns historisch zum Alterthum, so de-gradiren wir es gewissermaassen: wir verlieren das Bil-dende.
Überhaupt stehn wir Philologen dem classischenAlterthum fast zu nahe, den Einzelheiten zu vertraut,um noch jene tiefe Sehnsucht nach ihm und den ganzenDuft desselben zu empfinden.