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9 : Abth. 2, Nachgelassene Werke ; Bd. 1 (1903) Aus den Jahren 1869 - 1872
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Die Bildung des Geschmacks an den Alten: wenndiese eher eintritt, bevor die Pubertät des Geschmacksda ist, so tritt eine Verkümmerung ein. Um Homerwieder gemessen zu können, muss man sich sehnsüchtigaus der barbarischen Fluth retten können zu jenerschönsten Idylle.

io.

Das Alterthum verdient gar nicht, seinem Stoffenach allen Zeiten vorgesetzt zu werden: wohl aber seinerForm nach. Das Talent aber für die Form ist seltenund nur bei gereiften Männern.

11 .

Der Genuss, die ästhetische Ausbeute des Alterthumswird nicht etwa gesteigert durch eine sehr gründlicheKenntniss desselben, sondern eher vermindert: man mussein Gemälde nicht zu nahe sehn wollen.

12 .

Von dem Philologen den stärksten Genuss des Alter-thums zu erwarten d. h. von dem Naturforscher das stärksteNaturgefühl, von dem Anatomen das feinste Gefühl fürMe'nschenschönheit.

Reproduction aber setzt eine schöpferische Begeiste-rung voraus.

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Nie kann die philologische Interpretation einesSchriftstellers das Ziel sein: sondern immer nur Mittel.