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ter der anordnende Künstler die ästhetischen Grund-gesetze handhabt: ja er wird selbst die Täuschung er-regen können, als ob das Ganze in einem kräftigenAugenblicke als anschauliches Ganze ihm vorgeschwebthabe.
Die Ilias ist kein Kranz, aber ein Blumengewinde.Es sind möglichst viel Bilder in einen Rahmen gesteckt,aber der Zusammensteller war unbekümmert darum, obauch die Gruppirung der zusammengestellten Bilder im-mer eine gefällige und rhythmisch schöne sei. Er wusstenämlich, dass das Ganze für niemand in Betracht kam,sondern nur das Einzelne. Jene Auffädelung als dieKundgebung eines noch wenig entwickelten, noch wenigerbegriffenen und allgemein geschätzten Kunstverstan-des kann aber unmöglich die eigentliche homerischeThat, das epochemachende Ereigniss gewesen sein. Viel-mehr ist der Plan gerade das jüngste Product und weitjünger als die Berühmtheit Homer’s. Diejenigen also,welche nach dem „ursprünglichen und vollkommnenPlane suchen“, suchen nach einem Phantom; denn dergefährliche Weg der mündlichen Tradition war ebenvollendet, als die Planmässigkeit hinzukam; die Verunstal-tungen, die jener Weg mit sich brachte, können nichtden Plan getroffen haben, der in der überlieferten Massenicht mitenthalten war.
Die relative Unvollkommenheit des Planes aber darfdurchaus nicht geltend gemacht werden, um in demPlanmacher eine von dem eigentlichen Dichter verschie-dene Persönlichkeit hinzustellen. Es ist nicht nur wahr-scheinlich, dass alles, was mit bewusster ästhetischerEinsicht in jenen Zeiten geschaffen wurde, gegen die mitinstinctiver Kraft hervorquellenden Lieder unendlich zu-rückstand. Ja man kann noch einen Schritt weiter gehen.