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risches, gefahrenreiches Ideal, zu dem wir Niemanden über-reden möchten, weil wir Niemandem so leicht das Rechtdarauf zugestehn: das Ideal eines Geistes, der naiv, dasheisst ungewollt und aus überströmender Fülle und Mäch-tigkeit mit Allem spielt, was bisher heilig, gut, unberühr-bar, göttlich hiess; für den das Höchste, woran das Volkbilligerweise sein Werthmaass hat, bereits so viel wieGefahr, Verfall, Erniedrigung oder, mindestens, wie Er-holung, Blindheit, zeitweiliges Selbstvergessen bedeutenwürde; das Ideal eines menschlich-übermenschlichen Wohl-seins und Wohlwollens, das oft genug unmenschlicherscheinen wird, zum Beispiel, wenn es sich neben denganzen bisherigen Erden-Ernst, neben alle Art Feier-lichkeit in Gebärde, Wort, Klang, Blick, Moral und Auf-gabe wie deren leibhafteste unfreiwillige Parodie hinstellt— und mit dem, trotzalledem, vielleicht der grosseErnst erst anhebt, das eigentliche Fragezeichen erst ge-setzt wird, das Schicksal der Seele sich wendet, derZeiger rückt, die Tragödie beginnt . . .
383.
Epilog. — Aber indem ich zum Schluss diesesdüstere Fragezeichen langsam, langsam hinmale und ebennoch Willens bin, meinen Lesern die Tugenden desrechten Lesens —■ oh was für vergessene und unbekannteTugenden! — in’s Gedächtniss zu rufen, begegnet mir’s,dass um mich das boshafteste, munterste, koboldigsteLachen laut wird: die Geister meines Buches selber fallenüber mich her, ziehn mich an den Ohren und rufen michzur Ordnung. „Wir halten es nicht mehr aus — rufen siemir zu —; fort, fort mit dieser rabenschwarzen Musik.Ist es nicht rings heller Vormittag um uns? Und grüner