Der Seufzer des Erkennenden. — „Oh übermeine Habsucht! In dieser Seele wohnt keine Selbst-losigkeit , — vielmehr ein Alles begehrendes Selbst,welches durch viele Individuen wie durch seine Augensehen und wie mit seinen Händen greifen möchte, —ein auch die ganze Vergangenheit noch zurückholendesSelbst, welches Nichts verlieren will, was ihm überhauptgehören könnte! Oh über diese Flamme meiner Hab-sucht! Oh, dass ich in hundert Wesen wiedergeborenwürde!“ — Wer diesen Seufzer nicht aus Erfahrungkennt, kennt auch die -Leidenschaft des Erkennendennicht.
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Schuld. — Obschon-die scharfsinnigsten Richterder Hexen und sogar die Hexen selber von der Schuldder Hexerei überzeugt waren, war die Schuld trotzdemnicht vorhanden. So steht es mit aller Schuld.
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Verkannte Leidende. — Die grossartigen Na-turen leiden anders, als ihre Verehrer sich einbilden:sie leiden am härtesten durch die unedlen, kleinlichenWallungen mancher bösen Augenblicke, kurz, durchihren Zweifel an der eignen Grossartigkeit, — nichtaber durch die Opfer und Martyrien, welche ihre Auf-gabe von ihnen verlangt. So lange Prometheus Mit-leid mit den Menschen hat und sich ihnen opfert, ister glücklich und gross in sich; aber wenn er neidischauf Zeus und die Huldigungen wird, welche Jenem dieSterblichen bringen, — da leidet er!