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Die fröhliche Wissenschaft :
("la gaya scienza")
Entstehung
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fragt, ob nicht, im Grossen gerechnet, Philosophie bisherüberhaupt nur eine Auslegung des Leibes und ein Miss-verständniss des Leibes gewesen ist. Hinter denhöchsten Werthurtheilen, von denen bisher die Geschichtedes Gedankens geleitet wurde, liegen Missverständnisse derleiblichen Beschaffenheit verborgen, sei es von Einzelnen,sei es von Ständen oder ganzen Rassen. Man darf allejene kühnen Tollheiten der Metaphysik, sonderlich derenAntworten auf die Frage nach dem Werth des Daseins,zunächst immer als Symptome bestimmter Leiber ansehn;und wenn derartigen Welt-Bejahungen oder Welt-Ver-neinungen in Bausch und Bogen, wissenschaftlich ge-messen, nicht ein Korn von Bedeutung innewohnt, sogeben sie doch dem Historiker und Psychologen um sowerthvollere Winke, als Symptome, wie gesagt, des Lei-bes, seines Gerathens und Missrathens, seiner Fülle, Mäch-tigkeit, Selbstherrlichkeit in der Geschichte, oder aberseiner Hemmungen, Ermüdungen, Verarmungen, seinesVorgefühls vom Ende, seines Willens zum Ende. Icherwarte immer noch, dass ein philosophischer Arzt imausnahmsweisen Sinne des Wortes ein Solcher, derdem Problem der Gesammt-Gesundheit von Volk, Zeit,Rasse, Menschheit nachzugehn hat einmal den Muthhaben wird, meinen Verdacht auf die Spitze zu bringenund den Satz zu wagen: bei allem Philosophiren handelte ies sich bisher gar nicht umWahrheit, sondern um etwasAnderes, sagen wir um Gesundheit, Zukunft, Wachsthum,Macht, Leben ...

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Man erräth, dass ich nicht mit Undankbarkeitvon jener Zeit schweren Siechthums Abschied nehmenmöchte, deren Gewinn auch heute noch nicht für mich