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4 : Abth. 1, Bd. 4 (1895) Morgenröthe
Entstehung
Seite
156
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Aller, die davon hören, die Sanction der A r ernunft selber!Alle Achtung vor euren Meinungen! Aber kleine ab-weichende Handlungen sind mehr werth!

150.

Der Zufall der Ehen. Wäre ich ein Gott, undein wohlwollender Gott, so würden mich die Ehen derMenschen mehr als alles Andere ungeduldig machen.Weit, weit kann ein Einzelner vorwärts kommen, in seinensiebenzig, ja in seinen dreissig Jahren, es ist zum Er-staunen, selbst für Götter! Aber sieht man dann, wie erdas Erbe und A r ermächtniss dieses Ringens und Siegens,den Lorber seiner Menschlichkeit, an den ersten bestenOrt aufhängt, wo ihn ein Weiblein zerpflückt; sieht man,wie gut er zu erringen, wie schlecht zu bewahren ver-steht, ja wie er gar nicht daran denkt, dass er vermittelstder Zeugung ein noch siegreicheres Leben vorbereitenkönne: so wird man, wie gesagt, ungeduldig und sagtsiches kann aus der Menschheit auf die Dauer Nichtswerden, die Einzelnen werden verschwendet, der Zufallder Ehen macht alle Vernunft eines grossen Ganges derMenschheit unmöglich; hören wir auf, die eifrigenZuschauer und Narren dieses Schauspiels ohne Ziel zusein! In dieser Stimmung zogen sich einstmals dieGötter Epikurs in ihre göttliche Stille und Seligkeit zurück:sie waren der Menschen und ihrer Liebeshändel müde.

15 A

Hier sind neue Ideale zu erfinden. Es solltenicht erlaubt sein, im Zustande der Verliebtheit einenEntschluss über sein Leben zu fassen und einer heftigen