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4 : Abth. 1, Bd. 4 (1895) Morgenröthe
Entstehung
Seite
152
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Handlungen! Und was ist also Das, was man sonennt und das doch jedenfalls existirt und erklärt seinwill? Es sind die Wirkungen einiger intellectuellerFehlgriffe. Und gesetzt, man machte sich von diesenIrrthümern frei, was würde aus denmoralischenHandlungen? Vermöge dieser Irrthümer theilten wirbisher einigen Handlungen einen höheren Werth zu, alssie haben: wir trennten sie von denegoistischen unddenunfreien Handlungen ab. Wenn wir sie jetztdiesen wieder zuordnen, wie wir thun müssen, so ver-ringern wir gewiss ihren Werth (ihr Werthgefühl), undzwar unter das billige Maass hinab, weil dieegoistischenundunfreien Handlungen bisher zu niedrig geschätztWurden, auf Grund jener angeblichen tiefsten und inner-lichsten Verschiedenheit. So werden gerade sie vonjetzt ab weniger oft getlian werden, weil sie von nun anweniger geschätzt werden? Unvermeidlich! Wenigstensfür eine gute Zeit, so lange die Wage des Werthgefühlsunter der Reaction früherer Fehler steht! Aber unsereGegenrechnung ist die, dass wir den Menschen denguten Muth zu den als egoistisch verschrieenen Hand-lungen zurückgeben und den Werth derselben wieder-herstellen, wir rauben diesen das böse Gewissen!Und da diese bisher weit die häufigsten waren und inalle Zukunft es sein werden, so nehmen wir dem ganzenBilde der Handlungen und des Lebens seinen bösenAnschein! Diess ist ein sehr hohes Ergebniss! Wennder Mensch sich nicht mehr für böse hält, hört er auf,es zu sein!