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Zweck des Asketismus. — Man muss seinenDurst abwarten und voll werden lassen: sonst wird mannie seine Quelle entdecken, die nie die eines andernsein kann.
2 6.
Ich wollte der Philosoph der unangenehmenWahrheiten sein, —• sechs Jahre lang!
27.
Hat schon je ein Mensch auf dem Wege die Wahr-heit gesucht, wie ich es bisher gethan habe, — nämlichallem widerstrebend und zuwiderredend, was meinemnächsten Gefühle wohl that?
28.
(Vgl. die Vorreden zu Menschliches, Allzumenschliches, Bd. I. u. II.)
Es gab eine Zeit, wo mich ein Ekel vor mirselber anfiel: Sommer 1876. Die Gefahr des Irrthums,das schlechte wissenschaftliche Gewissen über die Ein-mischung der Metaphysik, das Gefühl der Übertreibung,das Lächerliche im „Richterthum“. — Also die Vernunftherstellen und in der grössten Nüchternheit ohne meta-physische Voraussetzungen zu leben versuchen. „Frei-geist“ — über mich weg! — Eisumschläge.
Mein Ekel an den Menschen war zu gross ge-worden. Ebenso der Gegen-Ekel an der moralischenArroganz meines Idealismus. Ich näherte mich dem Ver-achteten, ich suchte in mir eben das, was ich verachtete:ich wollte meine Gluth dämpfen. Ich nahm die Partei