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12 : Abth. 2, [Nachgelassene Werke] ; Bd. 4 (1897) Schriften und Entwürfe 1881 - 1885 : Die Wiederkunft des Gleichen; Nachträge zur "Fröhlichen Wissenschaft"; Vorarbeiten und Nachträge zu "Also sprach Zarathustra"; Bruchstücke zu den Liedern Zarathustra's; Gedicht-Fragmente; Böse Weisheit: Aphorismen und Sprüche
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(Vgl. Genealogie der Moral, Ablidlg. 3, Absckn. 28.)

Gut zu etwas,schlimm für etwas: ursprünglichsind alle moralischen Urtheile Urtlieile über Mittel zuZwecken. Aber man vergass allmählich die Zwecke,undgut,schlecht blieb übrig, als ob es an sichetwas Gutes geben könnte. Man lobte und tadelteimmer in Hinsicht auf einen Zweck: endlich aberleugnete man den Zweck, um ganz voll loben undtadeln zu können, als nämlich Gefühle, wie Ver-ehrung, Liebe oder Ekel, sofort bei diesen Mitteln em-pfunden wurden. Der Affect also ist es, der dasGutean sich geschaffen hat und dasBöse an sich.

Wie es nun auch stehn möge mit diesen einver-leibtenmoralischen Gefühlen, aus der Geschichteder moralischen Gefühle ergiebt sich, dass keine Güter-tafel, kein letzter Zweck stehn geblieben ist, allesist, widerlegt. Wir haben eine ungeheure Kraft moralischerGefühle in uns, aber keinen Zweck für alle! Untersich sind sie im Widerspruch: sie stammen aus ver-schiedenen Gütertafeln. Es giebt eine ungeheure mo-ralische Kraft, aber es giebt kein Ziel mehr, in demalle Kraft verwendet werden könnte

16.

(Vgl. Bd. XI, Nachträge z. Morgenröthe, Apk. 141.)

Alle Ziele sind vernichtet. Die Menschen müssensich eins geben. Es war ein Irrthum, dass sie einshätten: sie haben sie sich alle gegeben. Aber die Voraus-setzungen für alle früheren Ziele sind vernichtet. DieWissenschaft zeigt den Fluss, aber nicht das Ziel: siegiebt aber Voraussetzungen, denen das neue Ziel ent-sprechen muss.