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(Vgl. Genealogie der Moral, Ablidlg. 3, Absckn. 28.)
„Gut zu etwas“, „schlimm für etwas“: ursprünglichsind alle moralischen Urtheile Urtlieile über Mittel zuZwecken. Aber man vergass allmählich die Zwecke,und „gut“, „schlecht“ blieb übrig, — als ob es an sichetwas Gutes geben könnte. Man lobte und tadelteimmer in Hinsicht auf einen Zweck: endlich aberleugnete man den Zweck, um ganz voll loben undtadeln zu können, als nämlich Gefühle, wie Ver-ehrung, Liebe oder Ekel, sofort bei diesen Mitteln em-pfunden wurden. Der Affect also ist es, der das „Gutean sich“ geschaffen hat und das „Böse an sich“.
Wie es nun auch stehn möge mit diesen einver-leibten „moralischen Gefühlen,“ — aus der Geschichteder moralischen Gefühle ergiebt sich, dass keine Güter-tafel, kein letzter Zweck stehn geblieben ist, — allesist, widerlegt. Wir haben eine ungeheure Kraft moralischerGefühle in uns, aber keinen Zweck für alle! Untersich sind sie im Widerspruch: sie stammen aus ver-schiedenen Gütertafeln. Es giebt eine ungeheure mo-ralische Kraft, aber es giebt kein Ziel mehr, in demalle Kraft verwendet werden könnte
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(Vgl. Bd. XI, Nachträge z. Morgenröthe, Apk. 141.)
Alle Ziele sind vernichtet. Die Menschen müssensich eins geben. Es war ein Irrthum, dass sie einshätten: sie haben sie sich alle gegeben. Aber die Voraus-setzungen für alle früheren Ziele sind vernichtet. DieWissenschaft zeigt den Fluss, aber nicht das Ziel: siegiebt aber Voraussetzungen, denen das neue Ziel ent-sprechen muss.