5- Aus der Einsamkeit des Denkers.
(Vgl. Fröhliche Wissenschaft, viertes Buch.)
I 11.
(Vgl. Scherz, List und Rache, Nr. 2.)
Jetzt komme ich mir wie einer vor, der gelernt hat,mit allen Winden zu fahren, — und seine Strasse! Heutebin ich ganz in meiner Genueser Kühnheit und weisskaum, wohinaus ich noch alles fahren soll —: es ist, alsob das Dasein mir zu eng wäre, und als ob ich ein neuesentdecken oder schaffen müsste. Ich brauche Raum,eine sehr grosse weite unbekannte unentdeckte Welt, esekelt mich sonst.
112.
(Vgl. Fröhliche Wissenschaft, Aph. 331.)
So wie unsre grossen und kleinen Städte jetzt sind,muss ein Denker es jetzt verstehen, seine Stille zwischenzwei Lärmen zu finden, — oder er wird sie nie findenund auf hören, Denker zu sein. Das antike Rom hattemehr Humanität für die Denker als unsre Welt!
ii3-
Mit meinen halbblinden und arbeitscheuen Augengehe ich jetzt die Wege am liebsten, wo meine Füssenicht mehr zu denken brauchen, — ich kann und magnicht mehr im Gebirge und in schlecht gepflegten Klein-städten wohnen, wo Leben und Stolpern zusammengehört.