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Wenn man die Lotterien verwünscht, so vergisstman gewöhnlich, wie viel Glück und heitere Horizontedie angenehmen Hoffnungen aller zusammen ausmachen!Und wie viel ärmer ein Volk ohne Lotterien ist, —nämlich an angenehmen Empfindungen! Die Enttäuschungist eine einmalige und wird ziemlich schnell abgeschüttelt,— aber wie oft träumt man von Gewinnsten und machtPläne! Wie mehrt es den Geschmack an Unterneh-mungen!
104.
Der Irrthum beim Gelobtwerden besteht darin, dassder, welcher gelobt wird, dem Worte des Lobendenseinen Begriff dieses Wortes unterlegt und nicht dendes Lobenden, — den er ja zumeist gar nicht kennenkann. Gewöhnlich aber ist der Begriff im Kopfe desLobenden etwas viel Geringeres Matteres Ärmeres alsim Kopfe des Gelobten: so dass der letztere sich oftgenug sehr verdriessen müsste, zu wissen, was eigent-lich an ihm und seinem Werke gelobt worden ist.
105.
Die Menschen werden so reich, weil die Dinge nichtso viel werth sind, die ihnen gefallen, — sie sind nichterfinderisch in der Freude.
106.
So lange wir jung sind und unser selber noch nichtgewiss, ist die Gefahr nicht gering, dass uns die Wissen-schaft durch die Wissenschaftlichen verleidet werde, —oder die Kunst durch die Künstler, — oder gar dasLeben durch uns selber.