Gelehrten gefunden: in der Schweiz, wo mir jetzt über-haupt alle deutschen Eigenschaften bei weitem reichlicher,weil bei weitem geschützter, aufzuwachsen scheinen alsim Deutschland der Gegenwart. Und welchen Dichterhätte Deutschland dem Schweizer Gottfried Kellerentgegenzustellen? Hat es einen ähnlichen wege-suchenden Maler wie Böcklin? Einen ähnlichenweisen Wissenden wie Jacob Burckhardt? Thutdie grosse Berühmtheit des Naturforschers Häckel dergrösseren Ruhm Würdigkeit Rütimeyer’s irgend welchenEintrag? — um eine Reihe guter Namen nur zu beginnen.Immer noch dort wachsen Alpen- und Alpenthalpflanzendes Geistes, und wie man zur Zeit des jungen Goethesich aus der Schweiz selbst seine hohen deutschen An-triebe holte, wie Voltaire, Gibbon und Byron dort ihrenübernationalen Empfindungen nachzuhängen lernten, soist auch jetzt eine zeitweilige Verschweizerung einrathsames Mittel, um ein wenig über die deutsche Augen-blicklichkeits-Wirthschaft hinauszublicken.
40.
(Vgl. Jenseits, Aph. 106.)
Musik — eine verkappte Befriedigung der religiosi.Vom Worte absehn! Das ist ihr Vortheil! Ja, auch vonBildern! Damit sich der Intellect nicht schäme! So istes gesund und eine Erleichterung für jene Triebe, welchedoch befriedigt sein wollen!
41.
Die Musik ist mein und unser Vorläufer: — sopersönlich sprechen und so gut und voll! .Unsäglich hatnoch kein Wort gefunden und keinen Gedanken, — dasbeweist unsre Musik, — nicht dass kein Gedanke undkein Wort da zu finden wäre.