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12 : Abth. 2, [Nachgelassene Werke] ; Bd. 4 (1897) Schriften und Entwürfe 1881 - 1885 : Die Wiederkunft des Gleichen; Nachträge zur "Fröhlichen Wissenschaft"; Vorarbeiten und Nachträge zu "Also sprach Zarathustra"; Bruchstücke zu den Liedern Zarathustra's; Gedicht-Fragmente; Böse Weisheit: Aphorismen und Sprüche
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Aber jene wurden gut genannt und empfunden und all-mählich ganz von den edleren und reinen Gefühlen durch-tränkt und idealisirt, ideal gemacht! So wurdedie Arbeit, die Armuth, der Zins, die Päderastie zuverschiedenen Zeiten entwürdigt, zu andern Zeiten idealgemacht.

89.

(Vgl. Morgenrötlie, Apli. 87; Jenseits, Apk. 149.)

Ich sehe in dem, was eine Zeit als böse empfindet,das, was ihrem Ideale widerspricht, also einen Atavis-mus des ehemaligen Guten: zum Beispiel eine gröbereArt von Grausamkeit, Mordlust, als heute vertragen wird.Irgendwann war die Handlung jedes Verbrechers eineTugend. Aber jetzt empfindet er selber sie mit demGewissen der Zeit, er legt sie böse aus. Alles oderdas meiste, was Menschen thun und denken, als böseauslegen, geschieht dann, wenn das Ideal dem mensch-lichen Wesen überhaupt nicht entspricht (Christenthum):so wird alles Erbsünde, während es eigentlich Erb-tugend ist.

90.

Die Weihung ist gegeben worden der Beutelust,der Gefrässigkeit, der Wollust, der Grausamkeit, der Ver-stellung, der Lüge, der Schwäche, der Tollheit, dem Veits-tanz, der Betrunkenheit, der Empfindsamkeit, der Faul-heit, der Unwissenheit, dem Nichtbesitzen, der Geistesöde,der Schadenfreude, der Furcht, allen entgegengesetztenEigenschaften, die irgendwo Geschmack und unüberwind-liche Neigung erzeugt hat (jedesmal lästerte und ekelteman sich vor dem Gegensätze und nannte ihn schlechtoder niedrig).