Zur Geschichte
der moralischen Empfindungen.
Wir bedürfen Nahrung: aber die Bedürfnisse unsresGeschmacks sind andre, erst Zwang, dann Gewöhnung,dann Lust, welche wiederholt zu werden wünscht (Be-dürfniss). Ganz wie beim moralischen Sinn, der auch soverschieden ist wie der gustus, aber der Zweck, dem erdient, ist fast derselbe (Erhaltung des Menschen durchund gegen die Menschen).
Der moralische Sinn ist ein Geschmack, mit be-stimmten Bedürfnissen und Abneigungen: die Gründeder Entstehung jedes einzelnen Bedürfnisses sind ver-gessen, er wirkt als Geschmack, nicht als Vernunft. DerGeschmack ist ein angepasster und auswählenderHunger; ebenso die Moral. (Ein Hunger, der auf be-stimmte Weise befriedigt werden will, nicht chemisch.)So wollen wir, vermöge des moralischen Sinns, uns auchnicht auf jede Weise durch und gegen die Menschenerhalten.
Sie haben das Gebiet der pudenda so ausgedehnt,dass ein Gespräch über Verdauung, ja über Zahnbürsten,schon für unzart gilt: und die Feineren denken folglichauch nicht über solche Dinge nach.