Aus der Seele der Künstler und Schriftsteller.
14.
Das Grosse zu lieben, auch wenn es uns demüthigt.Warum sollte der Künstler nicht vor der Wahrheit knieen,der Führer einer geistigen Bewegung sich beschämt vorder Gerechtigkeit niederwerfen und sagen: „Ich weiss
es, Göttin, meine Sache ist nicht deine Sache, vergieb,aber ich kann nicht anders.“
i5-
Da Meister nicht geboren werden, — nicht einmalStümper.
16.
Man kann wenig sogleich haben, aber man kannalles haben, wenn man nur Zeit hat. Zeit ist das Capital,welches alle Tugenden und Talente in der Welt zu Zinsenträgt.
I 7-
Mit dem Zerrbild hebt die Kunst an. Dass etwasbedeutet, erfreut. Dass das Bedeutende verspottet, be-lacht wird, erfreut mehr. Das Belachen als erstes Zeichendes höheren seelischen Lebens (wie in der bildenden Kunst).
Nietzsche, Werke II. Abtheilung Band XI.
IO