Schluss.
171.
Mir ist zu Muthe, als ob ich von einer Krankheitgenesen sei: ich denke mit unaussprechlicher Süssigkeitan Mozart’s Requiem. Einfache Speisen schmecken mirwieder.
172.
Das „Lied an die Freude” (22. Mai 1872) eine meinerhöchsten Stimmungen. Erst jetzt fühle ich mich indieser Bahn. — „Frei wie seine Sonnen fliegen, wandeltBrüder eure Bahn!“ —Was für ein gedrücktes und falschesFest war das von 1876. Und jetzt qualmt aus den„Bayreuther Blättern“ alles gegen das Lied an die Freude.
173 -
Aber hinterdrein wurde mir der Blick für die tausendQuellen in der Wüste geöffnet. Jene Periode sehr nütz-lich gegen eine vorzeitige Altklugheit.
Jetzt tagte mir das Alterthum und Goethe’s Ein-sicht der grossen Kunst: und jetzt erst konnte ich denschlichten Blick für das wirkliche Menschenlebengewinnnen: ich hatte die Gegenmittel dazu, dass keinvergiftender Pessimismus draus wurde. Schopenhauerwurde „historisch“, nicht als Menschenkenner.