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9 : Abth. 2, [Nachgelassene Werke] ; Bd. 1 (1896) Schriften und Entwürfe 1869 bis 1872 : Homer und die classische Philologie; Nachträge und Vorarbeiten zur Geburt der Tragödie; Empedokles; Homer als Wettkämpfer; Über die Zukunft unserer Bildungsanstalten; Bayreuther Horizontbetrachtungen; Das Verhältnis der Schopenhauerischen Philosophie zu einer deutschen Cultur
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1869 zu Grunde gelegt worden. Ausserdem wurde die zumgrösseren Theil vorhandene erste Niederschrift des fortlaufendenTextes verglichen.

Unter den Vorarbeiten zur Homerrede finden sich noch eineReihe von Gedanken, hauptsächlich überPhilologie undclassische Bildung, die später theils in die Vorträge über dieZukunft unserer Bildungsanstalten, theils in die UnzeitgemässeBetrachtungWir Philologen übergegangen sind.

Veröffentlicht ist diese Rede zuerst in der Beilage zurAllgemeinen Zeitung vom 9. August 1894.

Die Geburt der Tragödie.

Wissenschaft, Kunst und Philosophie wachsen jetzt so sehrin mir zusammen, dass ich jedenfalls einmal Centauren gebärenwerde, schreibt Nietzsche Ende Januar 1870. Der erste dieserCentauren ist dieGeburt der Tragödie. Sie ist das ersteErzeugniss seiner polyphonen Natur: der Philosoph, der Künstler,der Gelehrte haben gleichmässig Antheil daran. Dies Erstlings-werk ist das Endergebniss einer langen Entwicklung und daserste Werk, aus dem der ganze Nietzsche redet. Und weiles etwas Vielfältiges, Vielstimmiges ist, hat es langsam wachsenund reifen müssen.

Seit Jahren schongährten in ihm eine Fülle von ästhetischenProblemen und Antworten, als er Anfang 1870, nach seinerGewohnheit,die Gelegenheit öffentlicher Reden benutzte, umkleine Theile des Systems auszuarbeiten. Die beiden Vorträge:Das griechische Musikdrama undSokrates und dieTragödie, die er am 18. Januar und I. Februar 1870 inBasel hielt, enthalten im Keim, in der ersten vorläufigen, sehrvorläufigen Fassung die Ideen des spätem Buchs. Die Redeüberdas griechische Musikdrama giebt in grossen Zügen einBild des antiken Theaters, der alten Tragödie und ihrer Ent-stehung und vergleicht sie mit dem mittelalterlichen und neuerenDrama und der modernen Oper. Das Ganze hat etwas populär