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1869 zu Grunde gelegt worden. Ausserdem wurde die zumgrösseren Theil vorhandene erste Niederschrift des fortlaufendenTextes verglichen.
Unter den Vorarbeiten zur Homerrede finden sich noch eineReihe von Gedanken, hauptsächlich über „Philologie undclassische Bildung“, die später theils in die Vorträge über die„Zukunft unserer Bildungsanstalten“, theils in die UnzeitgemässeBetrachtung „Wir Philologen“ übergegangen sind.
Veröffentlicht ist diese Rede zuerst in der Beilage zur„Allgemeinen Zeitung“ vom 9. August 1894.
Die Geburt der Tragödie.
„Wissenschaft, Kunst und Philosophie wachsen jetzt so sehrin mir zusammen, dass ich jedenfalls einmal Centauren gebärenwerde“, schreibt Nietzsche Ende Januar 1870. Der erste dieserCentauren ist die „Geburt der Tragödie“. Sie ist das ersteErzeugniss seiner polyphonen Natur: der Philosoph, der Künstler,der Gelehrte haben gleichmässig Antheil daran. Dies Erstlings-werk ist das Endergebniss einer langen Entwicklung und daserste Werk, aus dem der ganze Nietzsche redet. Und weiles etwas Vielfältiges, Vielstimmiges ist, hat es langsam wachsenund reifen müssen.
Seit Jahren schon „gährten in ihm eine Fülle von ästhetischenProblemen und Antworten“, als er Anfang 1870, nach seinerGewohnheit, „die Gelegenheit öffentlicher Reden benutzte, umkleine Theile des Systems auszuarbeiten“. Die beiden Vorträge:„Das griechische Musikdrama“ und „Sokrates und dieTragödie“, die er am 18. Januar und I. Februar 1870 inBasel hielt, enthalten im Keim, in der ersten vorläufigen, sehrvorläufigen Fassung die Ideen des spätem Buchs. Die Redeüber „das griechische Musikdrama“ giebt in grossen Zügen einBild des antiken Theaters, der alten Tragödie und ihrer Ent-stehung und vergleicht sie mit dem mittelalterlichen und neuerenDrama und der modernen Oper. Das Ganze hat etwas populär