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9 : Abth. 2, [Nachgelassene Werke] ; Bd. 1 (1896) Schriften und Entwürfe 1869 bis 1872 : Homer und die classische Philologie; Nachträge und Vorarbeiten zur Geburt der Tragödie; Empedokles; Homer als Wettkämpfer; Über die Zukunft unserer Bildungsanstalten; Bayreuther Horizontbetrachtungen; Das Verhältnis der Schopenhauerischen Philosophie zu einer deutschen Cultur
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weniger Aberglaube, Finsterniss, Fanatismus, mehr Be-schaulichkeit und Ruhe. Erfindungen, Steigerungen desWohlstandes, Verkehr mit andern Völkern.

Dabei ist Religion und Barbarei, Erfindungsgabe,Intellect mit Barbarei verträglich. Wir können uns denGelehrten ohne Cultur, den Frommen ohne Cultur, denPhilosophen ohne Cultur denken. Im Gelehrtsein liegtein Widerspruch mit der Einheit der Bildung. SelbstKunst ist möglich, und doch kann man das Volk nochein barbarisches nennen. Dabei kann es das gelehrigste,gelehrteste, sanftmüthigste, reinlichste Volk der Welt sein.

Gebildet nennen wir den, der ein Gebilde geworden 'Vist, eine Form bekommen hat: Gegensatz der Form ist ?hier das Ungestaltete, Gestaltlose, ohne Einheit. ?

Woran hängt die Einheit eines Volkes? Äusser-lich Regierung, innerlich Sprache und Sitten. Die Sittenaber erst ganz allmählich einheitlich; viel und Zusammen-leben, Einwanderer.

Auf der natürlichen Vorstufe ist ein Volk nur so-weit eine Einheit, als es eine gemeinsame productiveKunst hat.

Der feste Punkt, um den sich das griechische Volkkrystallisirt, ist seine Sprache. Der feste Punkt, an demseine Cultur sich krystallisirt, ist Homer. Also beide-mal sind es Kunstwerke.

Cultur: Flerrschaft der Kunst über das Leben.Die Grade ihrer Güte hängen einmal ab vom Gradedieser Herrschaft und zweitens von dem Werthe derKunst selbst.

Begabung ist nur die Voraussetzung für die Cultur, Idie Hauptsache ist die Zucht nach Mustern. f

Die Bildung ist nicht nothwendig eine begriff-liche, sondern vor allem eine anschauende und richtig

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