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9 : Abth. 2, [Nachgelassene Werke] ; Bd. 1 (1896) Schriften und Entwürfe 1869 bis 1872 : Homer und die classische Philologie; Nachträge und Vorarbeiten zur Geburt der Tragödie; Empedokles; Homer als Wettkämpfer; Über die Zukunft unserer Bildungsanstalten; Bayreuther Horizontbetrachtungen; Das Verhältnis der Schopenhauerischen Philosophie zu einer deutschen Cultur
Entstehung
Seite
221
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Generation mit Augen sehe, wonach wir, blind und nurvom Instinct geführt, tasten. Wenn der Leser dagegenmeinen sollte, es bedürfe nur eines geschwinden Sprungs,einer frohmüthigen That, wenn er etwa mit einer neuenvon Staatswegen eingeführtenOrganisation alles Wesent-liche erreicht hielte, so müssen wir fürchten, dass erweder den Autor noch das eigentliche Problem ver-standen hat.

Endlich ergeht die dritte und wichtigste Forderungan ihn, dass er auf keinen Fall, nach Art des modernenMenschen, sich selbst und seineBildung unausgesetzt,etwa als Massstab, dazwischen bringen darf, als ob erdamit ein Kriterium aller Dinge besässe. Wir wünschen,er möge gebildet genug sein, um von seiner Bildungrecht gering, ja verächtlich zu denken. Dann dürfte erwohl am zutraulichsten sich der Führung des Verfassershingeben, der es gerade nur von dem Nichtwissen unddem Wissen des Nichtwissens aus wagen durfte, zu ihmzu reden. Nichts anderes will er vor den übrigen fürsich in Anspruch nehmen, als ein stark erregtes Gefühlfür das Specifische unserer gegenwärtigen Barbarei, fürdas, was uns als die Barbaren des neunzehnten Jahr-hunderts vor anderen Barbaren auszeichnet.

Nun sucht er, mit diesem Buche in der Hand, nachsolchen, die von einem ähnlichen Gefühle hin- und her-getrieben werden. Lasst euch finden, ihr Vereinzelten,an deren Dasein ich glaube! Ihr Selbstlosen, die ihr dieLeiden der Verderbniss des deutschen Geistes an euchselbst erleidet! Ihr Beschaulichen, deren Auge unver-mögend ist, mit hastigem Spähen von einer Oberflächezur andern zu gleiten! Ihr Hochsinnigen, denen Aristo-teles nachrühmt, dass ihr zögernd und thatenlos durchsLeben geht, ausser wo eine grosse Ehre und ein grosses