Vorrede,
zu lesen vor den Vorträgen, obwohl sie sich eigentlichnicht auf sie bezieht.
Der Leser, von dem ich etwas erwarte, muss dreiEigenschaften haben: er muss ruhig sein und ohne Hastlesen, er muss nicht immer sich selbst und seine „Bildung“dazwischen bringen, er darf endlich nicht, am Schlüsse,etwa als Resultat, Tabellen erwarten. Tabellen undneue Stundenpläne für Gymnasien und andre Schulen ver-spreche ich nicht, bewundere vielmehr die überkräftigeNatur jener, welche im Stande sind, den ganzen Weg,von der Tiefe der Empirie aus bis hinauf zur Höhe dereigentlichen Culturprobleme und wieder von da hinabin die Niederungen der dürrsten Reglements und deszierlichsten Tabellenwerks zu durchmessen; sondern zu-frieden, wenn ich, unter Keuchen, einen ziemlichen Bergerklommen habe und mich oben des freieren Blicks er-freuen darf, werde ich eben in diesem Buche die Tabellen-freunde nie zufriedenstellen können. Wohl sehe ich eineZeit kommen, in der ernste Menschen, im Dienste einervöllig erneuten und gereinigten Bildung und in ge-meinsamer Arbeit, auch wieder zu Gesetzgebern der all-täglichen Erziehung, der Erziehung zu eben jener Bildung,werden; wahrscheinlich müssen sie dann wiederumTabellen machen; aber wie fern ist die Zeit! Und was