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diese Demoiselle, welcher ich bis St. Bartholomäi 'ge-dient, und sie jederzeit geehrt habe. Ich kann dieseGewohnheit nicht misbilligen, da man dabey nichtsals ehrbare Dinge sah, hörte und that. Da diejungen Leute damals mehr als jezt beflissen waren,nichts unanständiges zu thun, so war diese Gewohn-heit damals so stark, daß diejenige , welche sie nichtbefolgten, als schlimm erzogene Leute angesehen wur-den, deren Geist keines ehrbaren Umgangs fähig wä-re. In der Folge hat man nur Frechheit, Verläum-dungen und Leichtsinn für Zierden angesehen. Diesverursacht, daß Tugend gering geschäzt, und Beschei-denheit getadelt wird, und macht die jungen Leute un-fähiger, zu Ehrenstellcn zu gelangen, als sie vor derZeit gewesen sind.
Es wrwde Frieden gemacht. Aber bald dar-auf fiengen die dritte Unruhen an. Der jezt ver-storbene Herr von Alen^on hielt sich zu Paris auf, woich auch blieb. Er nahm mich in seine besondere Freund-schaft auf, und ich ihn; meine Liebe und Zuneigung bezogsich in ihm nicht sowohl auf den Bruder des Königs,als vielmehr auf seine eigene Person, da ich mehrereJahre in verschiedenem Alter und zu verschiedenen Zei-ten bey ihm zugebracht habe. Ich will dir sein Na-turell , wie cs damals beschaffen war, schildern, unddu wirst in der Folge sehen, wie er sich verändert hat.Ich will dich hiedurch auf die Bemerkung leiten, wiesehr böse Beispiele und die Nähe lasterhafter Perso-nen ein gutes Naturell, wie er hatte, verderben können.
Dieser Prinz war sechs Monate älter als ich,von mittlerer Statur, schwatz, hatte eine lebhafteFarbe, schöne lind sehr angenehme Gesichtszüge; seinsanftes Herz haßte das Böse und die Bösen, und lieb-te die Sache der Religion, seine Fassungskraft war
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