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Zweyte Abtheilung, Sechster Band (1794)
Entstehung
Seite
256
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fchlshaberschaft in der Normandie, die er sich ertheilenlassen wollte. Da die Königin mich um meine Mey-nung darüber befragt hatte, bat ich sie, mir dieß zuerlassen. Da aber meine Entschuldigung nicht ünge.genommen worden war, sagte ich: es sey mir unmög-lich dazu zu rathen, daß man den Kindern des hvchse-ligen Königs eine SteÜe nähme, in deren Besitz' sicseyen, um damit sonst jemand zu bekleiden, wer esauch seyn möchte. Der Prinz stand damals schonnicht mehr so gut mit Concini, als er mit ihm gestan-den hatte. Er hatte sich sogar widerseßt, als dieserGünstling die Stelle eines ersten Kammerherrn fürsich, und das Erzbisthum Tours für seinen Schwa-ger (2l) erhielt. Diese Gelegenheit söhnte sie aberwieder mit einander aus, weil sic sich bcyde einanderdie Hand boten und dadurch erhielten, was sie verlang- !

ten. So hielten es in der Folge alle die, welche ein» ^

gen Anspruch auf erledigte Stellen und Acmker mach-ten, und bald erhielt man im Staatsrath durch An-hang und Cabale alles. Die Zeit der Könige istvorüber, sagte man sich unter einander; die der Prin-zen und Großen ist gekommen. Man braucht nunnichts, als sich geltend zu machen.

Was von ansehnlichen Personen am Hof war,wurde zusammen berufen, um in einer außerordent-lichen Sitzung darüber zu berathschlagen, was mit den ^großen Kriegsrüstungen anzufangen scye, welche der 'König vor seinem Hinschciden zu der Cleveschen Un-ternehmung gemacht hatte. Die Mcynungen fielendabey unendlich verschieden aus: Nach einigen sollteman von allem abstehen, nach andern hingegen, unddieß waren eben nicht die zahlreichsten, sollte man dendeutschen Fürsten, welche dabey inteceffirt waren, alleshalten, was ihnen Heinrich der Große versprochen hatte.