Druckschrift 
4 (1851)
Entstehung
Seite
416
Einzelbild herunterladen
 

416

Nach dieser Behandlungsweise folgt erstens, dass von densechs Saiten nur vier auf einmal gegrilfen, die andern entweder nurleer (ungegriffen) oder gar nicht mit den andern zugleich genommenwerden können; zweitens, dass man nicht wohl thut, die ersteund dritte. Saite von unten mit Uebergehung der dazwischen liegen-den zweiten in schneller Folge zu fodern, weil sonst der Daumendie letztere überspringen müsste, was in schneller Bewegung nichtmöglich ist.

Notirt wird für die Guitarre im G-Schlüssel, aber eine Oktavezu hoch; also die leeren Saiten werden so, wie hier hei a,

notirt, erklingen aber, wie gesagt, so, wie bei b geschrieben ist.Das Instrument steht mithin im Sechszehnfusston. Sein Ton-umfang geht von der tiefsten Saite bis zur Oktave der höchsten,also bis zum dreigestrichnen e in Noten.

Es wird für Begleitung des Gesangs besonders in einfachenaber vollgriffigen Akkorden und den aus ihnen abgeleiteten Figuren,

gebraucht, ist aber auch fähig, diatonische und chromatische Tonfol-gen, wenn die Bewegung nicht zu schnell ist, zu geben. AuchFolgen von Terzen, Sexten und Oktaven in nicht zu schnel-ler Bewegung sind wohl ausführbar.

Am bequemsten bewegt sich die Guitarre in Gdur und Kreuz-Tonarten, weniger leicht in ^-Tonarten. Als Beispiele ausführba-rer Griffe geben wir hier

-

ein Paar Harmoniefolgen, die entweder vollständig oder theilweis,einfach oder figurirt ausführbar sind. Sie können natürlich dem desInstruments nicht kundigen Komponisten keine ausreichende Grund-lage gewähren, aber doch ein Beispiel, an dem er sich die Greif-barkeit andrer Harmonien veranschaulichen kann.