Druckschrift 
4 (1851)
Entstehung
Seite
9
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Die meisten Orgeln reichen im Manual und Pedal nicht weiter, alsbis zu dem angegebenen höchsten d*)i es scheint demnach rathsam,in der Komposition nicht höher zu setzen, zumal die Orgel wiesich gleich zeigen wird noch auf anderm Wege weit höherer Ton-reihen wenigstens für das Manual mächtig ist.

Das Tonsystem, was sich nach dem Anblick der Klaviaturen zuergeben scheint, ist aber nicht auf eine einzige Reihe von Tönenoder von ertönen sollenden Pfeifen beschränkt; es sind mehrere, beigrossem Orgeln viele Pfeifenreihen, die durch dieselben Klaviaturenbald einzeln, bald zu zwei oder mehrere, bald allesammt vereinigtzur Wirkung kommen. Jede dieser Pfeifen- und Tonreihen heisst be-kanntlich

Register

und wird mittels eines neben oder über den Manualen angebrachtenRegisterzugs (kurzweg auch Register genannt) zur Wirksamkeit eröff-net, so dass eine niedergedrückte Taste die von ihr abhängigen Pfeifenjedes Registers zum Tönen bringt, das gezogen worden ist. Ange-nommen es ständen im Manual einer Orgel die drei RegisterViolon 8 Fuss,

Rohrflöte 8 Fuss,

Gedakt 8 Fuss

so würde also jedes dieser Register eine Reihe Pfeifen enthalten, diedie Töne vom grossen C bis zum dreigestrichuen d (oder wie hochdie Klaviatur reicht) angäbe. Zöge nun der Spieler das erste Re-gister , so brächte jede Taste ihre Pfeife in diesem Register zum Tö-nen, zog er zwei oder alle drei Register, so würde jede Taste beiihrem Anschlag die zwei oder drei Pfeifen der gezognen Register zumTönen bringen, es würde jeder Ton von zwei oder drei verbund-nen Instrumenten (Pfeifen) angegeben werden.

Diese Register nun sind vor allen Dingen nach der Tonhöhe unddem Toninhalt verschieden. Einige geben die Töne so an, wie wirsie oben genannt und wie sie auf dem Klavier erscheinen. Diese Re-gister heissen

achtfüssige,

oder haben Achlfusslou **). Andere geben statt des geschriebenen Tonsdie liefere Oktave, so dass also die Noten

*) Alten und unvollkommenen Werken (Orgeln) fehlt bisweilen das grosse Cis,oder auch ein Theil der tiefsten Oktave, oder die Töne der Obertasten. Auf der-gleichen Mangelhaftigkeiten ist nicht weiter Rücksicht zu nehmen, da sie nur zuden seltnen Ausnahmen gehören.

") Die Pfeife des tiefsten Tons (Gross C) hat acht Fuss Länge; daher derName. Die folgenden Namen sind in gleicher Weise zu erklären.