Einleitung
Unler Harmoniemusik verstellt man bekanntlich den Satz fürBlasinstrumente. Diesen schliessen sich, als zu demselben Satzegehörig, die Schlaginstrumente (Pauken, grosse Trommel unddie übrigen zur Janitscharenmusik gehörigen) an.
Der Chor der ßlasinstrumenle ist zwar mannigfacher besetzt,als der der Saiteninstrumente. Aber Karakter und Wirkungsweisealler hierher gehörigen Instrumente sind weit einfacher; auch derSatz und die Aufgaben für Harmoniemusik müssen dem Karakterder Instrumente gemäss einfacher und im Allgemeinen von unterge-ordneter Wichtigkeit sein. Hierzu kommt, dass die Harmoniemusikzur Lösung ihrer Aufgaben für sich selbst bestehend wirken kann,während das Orchester der Saiteninstrumente nur in seltnen Aus-nahmfällen für sich allein auftritt, meistens sich mit Blasinstrumentenverbindet. Aus diesen Gründen erscheint es zweckmässig, mit demSatze für Harmoniemusik zu beginnen, und dann erst, nach Zuzie-hung der Saiteninstrumente, zum Orchestersatze, Verein vonSaiten- und Blasinstrumenten, überzugehn.
Der Chor der Blasinstrumente zerfällt in die von Metall ange-ferligten, oder
die Blechinstrumente
und in die von Holz angefertigten, die man Holzblasinstru-mente, oder kürzer
Kohrinstrumente,
oder Röhre nennen kann. Die nähere Bestimmung und Berichti-gung dieser Einteilung wird an ihrem Ort erfolgen. Hier sind nunwieder die Blechinstrumente die einfachem, w erden daher den Rohr-instrumenten vorgehn.
Voran aber stellen wir die Orgel. Sie nimmt insofern ander Natur der Blasinstrumente Theil, als ihre Töne vorzugsw'eis aufden in einer Luftsäule im Innern einer Pfeife durch Anblasen erreg-teil Schwingungen beruhn, wie die Töne der Blasinstrumente, nurdass bekanntlich die letztem vom lebendigen Athem des Bläsers zumSchallen erregt werden, die Orgelpfeifen aber durch den auf denDruck einer Taste, also ganz mechanisch eindringenden Luftstrom ausden Orgelbälgen. Aus dem erstem Umstand ergiebt sich ihre Aehn-