»ach Frankreich käme, um /ine außerordentliche Cere-morste mit ihrer Gegenwart zu beehren, so könne manihr nicht zu viel Ehre erzeigen. Man ließ es auchwirklich an nichts fehlen, und gab ihr Vertritt undVorsitz nicht nur über auswärtige fürstliche Personen,sondern selbst über die Prinzen vom Geblüt. Dießverdroß diese letztem so sehr, daß sie sich weigerten ir-gend einer Ceremonie, wo sie seyn würde, beyzuwoh-nen. Sie fanden es sehr außerordentlich , daß Prin-zen aus dem ersten Haus EuropenS einem neugebacke-nen Herzog den Rang lassen sollten welcher von einembloßen Mantuanischen Bürger abstamme, der sichselbst, nachdem er Bonacorsi, seinen Herrn, umge-bracht harte, dessen Regierung übertragen lassen, undsie nachher erbeigenthümlich an sich gerissen habe. Siemochten aber sagen, was sie wollten; der König gabnicht nach. Er sah in der Herzogin von Mantua aufnichts als den Titel einer Verwandt!» des königlichenHauses, und altern Schwester der Königin.
Der Herzog von Bouillon suchte ebenfalls dießBeyspiel auf sich zu beziehen, ward aber nicht ange-hört. Er war ernannt worden, die Honneurs beyder Ceremonie zu machen. Nun wollte er den DucsVorgehen, und berief sich auf seine Eigenschaft alsHerzog von Bouillon und Fürst von Sedan, nebstdem Beyspiel der alten Fürsten von Sedan, in derenRechte er getreten sty. Man antwortete ihm aberrder Unterschied zwischen ihnen und ihm bestehe darinn,daß jene wirklich von souverginen Fürsten abstammen,was ihnen mit Recht den ersten Rang gebe, da Echingegen nur von einem bloßen Edelmann herkom-me (27).
Die Herzogin von Mantua langte am 20. Juliuszu Villerö CvtteretS an, wo sie den König auf sie
wartend