der bürgrrl. Unruhen Ln Frankreich, xv
senen Kränkungen ist die Wuth der Streiter ge-stiegen; so viele zerrissene Verträge, so viele ge-täuschte Erwartungen hatten die Gemüther unver-söhnlich gemacht, und längst schon war der Cha-rakter der Nation in der langen Anarchie des bür-gerlichen Krieges verwildert. Daher keine Mäßi-gung, keine Menschlichkeit, keine Achtung gegendas Völkerrecht, wenn man einen Vortheil überden Feind erlangte ; noch Stand, noch Alter wirdgeschont, und der Marsch der Truppen überalldurch verwüstete Felder und eingeascherte Dörferbezeichnet. Schrecklich empfindet die katholischeGeistlichkeit die Rache des Hugenvttenpöbels, undnur das Blut dieser unglücklichen Schiachtvpferkann die finstre Grausamkeit dieser rohen Schaa-ren erfättigen. An Klöstern und Kirchen rächensie die Unterdrückungen, welche sie von der herr-schenden Kirche erlitten hatten. Das Ehrwürdigeist ihrer blinden Wuth nicht ehnvürdig, das Hei-lige nicht heilig; mit barbarischer Schadenfreudeentkleiden sie die Altäre ihres Schmuckes, zerbre-chen und entweichen sie die heiligen Gesäße, zer-schmettern sie die Bildsäulen der Apostel und Hei-ligen, und stürzen die herrlichsten Tempel in Trüm-mer. Ihre Mvrdgier öffnet sich die Zellen derMönche und Nonnen, und ihre Schwerter wer-den mit dem Blut dieser Unschuldigen befleckt.Mit erfinderischer Wuth schärften sie durch den
bittersten