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wobei denn noch der Unterdominante ihr volles Recht, — und amrechten Ort, am Schlüsse, — widerführe. Es liegt übrigens schonim Karakler des dritten oder Schlusstheils und der durch Trug-schlüsse erwirkten Anhänge, dass man hier nicht zu weit gehen,sondern sich zeitig zum Ende anschicken muss. Denn sobald dasGefühl des Schlusses einmal angeregt ist, würde selbst der gehalt-reichste und anziehendste Nachtrag, wenn er sich zu weit aus-dehute, Ueberdruss oder Ermüdung bewirken. Auch ist es gut,wenn selbst der äusserliche Gehalt der Theile (ihre Taktzahl) einungefähres Ebenmaass beobachtet, wiewohl es unkünstlerischerscheint, darauf ein zu grosses Gewicht zu legen, wohl gar dieTakte gegen einander abzuzählen.
Soviel (und vielleicht schon zuviel) über die Prüfung der Haupl-momente uusers Entwurfs. Der Jünger der Fugenkunst muss, be-sonders bei seinen ersten Arbeiten, natürlich nicht dabei stehenbleiben, sondern nun Theil um Theil, Durchführung um Durchfüh-rung u. s. w. nach allen Seilen, der Modulation, der Slimmeintritle,der Slimmeinführung u. s. w. sorgfältig prüfen, sich überlegen, wel-che bessern oder andern Wege er hätte gehen können, seinen er-sten Entwurf aber nur da ändern, wo es zur Beseitigung ent-schiedner Missgriffe, oder zur Erlangung eines bedeutendenGewinns ohne allen Nachtheil geschehen kann. Denn man-ches Versäumte kann nur nachgeholt, ja sogar mancher geringereFehlgriff nur verbessert werden auf Kosten der Eigenthümlichkeitdes Ganzen. In diesem Falle soll man lieber den einmal begang-nen Fehler tragen und bei dem nächsten Werk um so enlschiednerden bessern Weg gehen. Ohnehin lernt Niemand an EinerFuge (und wollte er jahrelang daran arbeiten) die Fugenkunst,sondern nur an sehr vielen, und dazu gehört Entschlossenheitund Rüstigkeit.
Dass aber endlich unser Entwurf — wie die frühem nicht auskünstlerischem Antriebe hervorgerufen, sondern zum Lehrzweckunternommen und wirklich immitten der Erörterungen abgefasst,also sogar des Eifers einer ununlerbrochnen Arbeit beraubt — kei-neswegs als Kunstwerk gelten soll und kann, bedarf kaumder Erinnerung. Wäre es darauf angekommen, ein Kunstwerkhinzustellen, so würden sich deren genug in den Werken unsrerMarx, Komp. L. II. 3. Aull. 25