Druckschrift 
2 (1847)
Entstehung
Seite
372
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Dieser Punkt, die Anknüpfung des zweiten Theils der Fuge,ist besonders für den Neuling der schwierigste. Einmal nämlichhat die Fuge sich während der ersten Durchführung durch den An-wachs aller Stimmen gesteigert und im Hauptzwischensatze sich ge-wissermaassen vollendet; soll nun wiederum das Thema in einerStimme, etwa mit dem Gegensätze von einer oder ein Paar Stim-men gleichsam von Neuem anfangen: so liegt in der Aufgabe selbstdie Gefahr, schwächer und matt zu erscheinen. Dann aber istvoraussetzlich Hauptton und Dominante im ersten Theil abgelhan,und wir möchten den zweiten Theil entschieden mit dem Themain einer neuen Tonart anheben; hier laufen wir wieder Gefahr,entweder einen Modulationssprung zu machen, oder den Zwischen-satz herumziehen zu müssen, bis er uns endlich wohl oder übelleicht aber mit fühlbarer Absichtlichkeit in die neue Tonart ge-bracht hat.

Um diese Schwierigkeit zu beseitigen, haben besonders neuereMeister bei dem Eintritte der vierten Stimme die erste, oder allen-falls zweite Stimme schweigen lassen; sie erlangten dadurch, dassder erste Theil der Fuge nicht zum Gipfel der Stärke gelangenkonnte und ihnen eine frische Stimme zum Wiederanfang übrigbleibt. Dass diese Form in einzelnen Fällen die rechte ist, kannwohl zugegeben werden. Aber zur Regel darf sie um so wenigererhoben werden, da sie auf eine absichtliche Schwächung einesTheils zu Gunsten eines andern hinausläuft; die erste und bis zumdritten Theile wichtigste Durchführung gelangt hiernach nicht zurVollstimmigkeit, bleibt bei vier Stimmen dreistimmig.

Es verträgt sich auch gar nicht mit dem Sinn künstlerischerArbeit, für dergleichen Wendepunkte des Schaffens besondre Hülfs-mittel zu suchen. Denn jedes würde nur eine fremde, äusserlicheAushülfe sein; wir müssen aber unser Werk aus uns selbst voll-führen, in jedem Momente die Hülfe in uns, in dem Vorange-gangnen selbst suchen. Und eben hierzu fördert uns die Me-thode rastlosen, ununlerbrochnen Entwurfs.

Hiermit kehren wir zu dem unsern zurück. Wir überlesenoder spielen denselben durch und fahren fort. Wir gedenken, vonGdur nach EmoW zu gehen.