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Vierte AVitheilung.
Die Fuge.
Einleitung.
Die ganze vorige Abtheilung, so reich auch und wichtig die inihr besprochnen Formen sind, erweiset sich als ungenügend gegendie Erwartungen, die wir aus den Vorbereitungen der zweitenAbtheilung schöpfen durften. Dies leuchtet ein, sobald man sicherinnert, dass wir längst (’S. 240) die Möglichkeit erkannt haben,mehrere Durchführungen eines Fugenthemas zu einem grossemTonstücke zu verbinden und hiervon nur ein sehr beschränkterGebrauch in der Fughette ('S. 314) und ein sehr zerstreuter und■ oberflächlicher in der Fuge zum Choral gemacht worden ist.
Erst jetzt treten wir jenem Gedanken ernstlich näher, undnun erst wird sich die Notwendigkeit und Fruchtbarkeit der lan-gen Vorbereitungen erweisen, denen wir uns in der zweiten Ab-theilung unterzogen haben. Wir sind aber jetzt nicht blos vorbe-reitet, sondern auch vorgeübt durch alle in der dritten Abthei-lung aufgewiesenen Formen.
Es wird also jetzt aus einem einzigen Fugenthema ein Ton-stück zu entwickeln sein, das mehrere Durchführungen enthalt.Ein solches Tonstück erst nennen wir
Fuge.
Betrachten wir nun — soweit die bisherigen Mittheilungenreichen — unser künftiges Werk im Geiste voraus, so wissen wirerstens: dass aus einem einzigen Hauptsatze (Thema), der sichseinen Nebengedanken, sein Seiten- und Gegenbild (den Gegensatz)hervorruft, die ganze Fuge entsteht. Noch in keiner Form hatuns so Weniges so viel gegeben, noch keine hat den Hauptgedan-ken so treu festgehallen und so weit und reich zu einem grossenGanzen ausbreiten können. Aus jenem geringen Bach’schen ThemaNo. 324 ist eine gehaltreiche Fuge von 43 Allabreve-Takten ge-worden, und doch hat es noch zu einer ganz andern Fuge dienenkönnen, würde auch noch für manche andre hinlänglichen Stoff ge-ben. Wer überlegt, wie vielfache Anordnungen und Gegensätzemöglich sind, wird sogleich die Unerschöpllichkeit der Fügenarbeit