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So bewegsam sich der Hauptgedanke (a) erweisen möchte, sobewirkt schon die Mehrstimmigkeit langsameres Fortschreilen undein drei Takte langes Feslhalten an der Tonika. Zugleich wird,während die beiden Unterstimmen ihre Nachahmung vollbringen,die erste zu einer weitern Ausbildung ihrer Kantilene vermocht;die Stimmen müssen weite Lage anuehmen, um sich frei entfaltenzu können; — und so ist iu jeder Hinsicht der Karakter langsa-merer, weilender Bewegung bedingt. Hätte man eine nochmaligeEinführung des Hauptsatzes wagen dürfen? Selbst wenn er in-teressanter wäre, hätte es nicht ohne Lähmung oder Ueberladungdes Ganzen geschehen können. Man schritt also in freier Poly-phonie weiter und wurde von der uns beschäftigenden Vorstellungder Nachahmung nur gereizt, einen ganz andern Satz (b) gele-gentlich nachzuahmen; auch dem Gegensätze desselben (c) wider-fährt dies bei d, jedoch mit einer Aenderung, um die zu weileEntfernung der Stimmen zu mindern. Wenn nun nach vier Zwi-schentakten der Hauptgedanke bei e wiederkehrt: so lässt schondies kein ruhiges Verweilen und Durchführen zu. Daher folgt dienachahmende zweite Stimme (bei f) schneller, drängender; und dieerste giebt die Nachahmung ganz auf. Demungeachtet würde vonhier ab ein naher Schluss zu erwarten sein, wofern der Satz nichtüber Recht und Vermögen ausgedehnt werden sollte.
Noch eine Bemerkung liegt eben so nahe. Schon bei zwei-stimmiger Nachahmung mussten wir vor zu weiten Hauptsätzenwarnen. Es ist einleuchtend, dass die Schwierigkeit und Ungunstsolcher Aufgaben mit der Zahl der Stimmen wachsen muss. EinSatz, wie der in No. 285, der sich zweistimmig wohl noch behan-deln Hesse, würde bei drei- oder vierstimmiger Behandlung immermehr Weitläufigkeit und Schwerfälligkeit in die Komposition bringen,