XI
der bürgerl. Unruhen in Frankreich.
mit gleich kühnem Muthe, mit gleich heftiger Er-bitterung. Ungewiß schwankte der Sieg von ei-ner Seite zur andern, bis die Entschlossenheit desHerzogs von Guise ihn endlich auf die Seite deSKönigs neigte. Unter den Verbundenen wurdeder Prinz von Londe, unter den Königlichen derKonnetable von Montmorency zu Gefangenen ge-macht, und von den letztem blieb noch der Mar-schall von Saint Andre auf dem Platze. DasSchlachtfeld blieb dem Herzog von Guise, welchendieser entscheidende Sieg zugleich von einem furcht-baren öffentlichen Feind und von zwey Nebenbuh-lern seiner Macht befreite.
Hatte Katharina mit Widerwillen die Ab-hängigkeit ertragen, in welche sie durch die Trium-virn verseht war, so mußte ihr nunmehr die Allein-herrschaft des Herzogs, dessen Ehrgeitz keine Gran-zen , dessen gebieterischer Stolz keine Mäßigungkannte, doppelt empfindlich fallen. Der Siegbey Dreux, weit entfernt ihre Wünsche zu beför-dern, hatte ihr einen Herrn in ihm gegeben, dernicht lange säumce, sich der erlangten Überlegen-heit zu bedienen, und die zuversichtlich stolze Spra-che des Herrschers zu führen. Alles stand ihmzu Gebot, und die unumschränkte Macht, die erbelaß., verschaffte ihm die Mittet, sich Freunde zuerkaufen, und den Hof sowohl als die Armee mit
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