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Carl Loewe.
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ist und narkotisirten Geschmackes, wie kann der ein Organ bethütigenzur Anerkenntnis der nüchternen Objektivität, — dem Flachen er-scheint Alles stach. — Auch war Loewe von tieser Religiosität —wenngleich auch hier der freie Gedanke in ihm sein Recht behauptete,und u. A. Spinoza von ihm unendlich verehrt war. Dabei warer ein grundgelehrter Mann, wie er denn auch ganz besonders gernmit Gelehrten verkehrte und überhaupt ein Kreis geistig bedeutenderPersönlichkeiten ihm stets eigentliches Lebenselement blieb. Deiters,welcher einen Bericht über Loewe's Selbstbiographie und Briefe ge-geben, empfängt besonders aus den letzteren den Eindruck, daßLoewe den Umgang mit Gelehrten lieber gehabt habe als den mitMusikern, in welcher Hinsicht ihm übrigens R. Wagner verwandterscheint.
Die Mannigfaltigkeit seiner Lebensinteressen, sein für alle mög-lichen Lebenserscheinungen und Lebensformen stetig offener Sinn,verbunden mit der Kraft ungewöhnlich starker Receptivität, undebenso verbunden mit einer unwiderstehlichen Produktionslust, istdenn von Grund aus bezeichnend für die Eigenthümlichkeit seinermusikalischen Schaffensweise. Nimmt man dazu die ihm so eigeneKunst, jedweden Gegenstand, jede Person, je nach Zeit, Ort, Na-tion und Land in ihrer Eigenart zu erfassen, d. h. die objektiveKraft seines Dichtervermögens, vermöge deren er, wie Keferstein sagt,„die, von seinem kühnen, überall sich hinwagenden Genius ergriffenenGegenstände oft in neuen, eigenthümlichen, großentheils zweckmäßigenFormen, in voller — man möchte sagen — Goethe'scher Wahrheitund Treue darstellt", und feinen an den alten Klassikern der Musikfest geschulten Geist, so haben wir ein wichtiges Element seinerkünstlerischen Anlage aufgewiesen. Daß sein wirklich originaler Geistmitunter nach Seiten des Launigen hin unberechenbar weit gingund manches Originelle ausübte — wir Deutschen unterscheiden jawohl mit den Fremdwörtern „original" und „originell" —, muß ein-geräumt werden, es berechtigt dies aber noch nicht, wie solches wohlgeschehen, ihn einen „musikalischen Sonderling" zu nennen. ImGegentheil, es hat ihm seine launige Ausfassungsart nicht seltendazu verholfen, hin und wieder eine wirklich nicht nur hochergötz-liche, sondern auch durchaus gesunde, Komik zu entfalten, die dochnichts von Manier oder Affektirtheit an sich hat und sicherlich zudem Besten gehört, was in dieser Art künstlerisch überhaupt ge-