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vr. Max Runze.
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Lebens in Halle. Der „Löwe des Tages" war Baron Lehmann,von dem Loewe fast abgöttisch gehegt und geehrt ward. Danebenzierten jenen Kreis Referendarius A. B. Marx, FerdinandÖhlschläger, Keferstein, Gustav Nauenburg, Bergnerund andere nachmals für die Musikgeschichte so hervorragende Per-sönlichkeiten. In dieser Zeit ertönten Loewe's erste herzbewegen-den Nachtigallenklänge, die seine tiefe Neigung zu Julie vonJacob ihm entlockte; — damals entquoll seiner tief und zartfühlenden Brust der mächtige Edward's-Gesang, mit dem „DieWelt ist groß, laß sie betteln drin!" — über welchen RichardWagner, wie ein Augenzeuge erzählt, wiederholt mit Entzückenausrief: „Er ist ein Genie, er ist ein Genie!" und von dem Marxeinst schrieb: „Er ist vom Komponisten mit einer bisher vielleicht nochnie erreichten Kraft gesungen worden." Gleichzeitig fast mit „Edward"koncipirte und komponirte er den „Erlkönig", der für die echte Balla-denkomposition epochemachend werden sollte; ihm folgte dann nebenanderen „Elvershöh". Jene an romantischen Verwickelungen so reicheZeit hat übrigens Keferstein in einem höchst spannenden zweibändigenRoman „König Myß von Fidibus" dargestellt, der sich im Wesent-lichen durchaus auf historischer Grundlage bewegt. In demselbenbildet Loewe als „Leo Tonleben" die Hauptperson. Julie warddann seine geliebte Braut und ging zunächst nach Dresden, wobeide in inniger Freundschaft mit Weber lebten. Nachdem Loewesein neues Amt (hier) in Stettin angetreten, führte er auch seineJulie heim, — doch schon nach einem Jahre der glücklichstenEhe ward sie ihm durch den Tod entrissen.
Bevor Loewe seine Anstellung in Stettin nahm, hatte er sicheiner musikalischen Prüfung bei Zelter in Berlin zu unterziehen,die einen glänzenden Verlauf nahm, — deßgleichen hatte er einephilologische und pädagogische Prüfung in Stettin abzulegen.Loewe ward dann an seinem neuen Heimatsort zu der von denköniglichen und städtischen Behörden neu begründeten amtlichenFunktion eines Musikdirektors für Stettin 1821 erwählt und be-stätigt, und übernahm mit diesem Amt das Orgelspiel und diemusikalische Leitung des Gottesdienstes an Sonn- und Festtagenin der St. Jacobikirche (Stettins Hauptkirche), sowie die Auffüh-rung von Kirchenmusiken an allen hohen Festen, ferner den musi-kalischen Unterricht am Gymnasium und Seminar in wöchentlich