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C. Die wesentlichen Tone jeder Tonart.
Nach dieser Uebersicht können wir uns nunmehr klar machen,welche Töne jeder der Kirchentonarten wesentlich sind. Wesent-lich nennen wir diejenigen Töne, welche eine Tonart von der an-dern unterscheiden; es ist natürlich, dass wir die Unterschiede zu-erst bei den ähnlichen Tonarten aufsuchen.
Welche Töne sind nun für das M ixol y dis c he wesentlichund karakteristisch? — Erstens die Terz, denn sie stempelt dieTonart zu einem Durton ; zweitens die kleine Septime, dennsie unterscheidet sie vom Ionischen.
Welches sind die karakteristischen Töne des Dorischen? —Erstens die Terz, welche die Tonart zu einem Mollton macht;zweitens die grosse Sexte; denn sie unterscheidet das Dorischevom .nächstfolgenden Molllon, dem AeoliSchen.
Im Aeolischen sind karakteristisch; erstens die Terz, alsKennzeichen der Mollgatlung; zweitens die kleine Sexte zumUnterschied vom vorangehenden Mollton, dem dorischen.
Die nachfolgende p hr y gische Tonart hat, wie die äolische,kleine Terz und kleine Sexte. Erstere karakterisirt sie alsMollton ; was aber unterscheidet sie vom Aeolischen und allen übri-gen Tönen? Die kleine Sekunde; sie ist also der andre ihrerkarakteristischen Töne.
Kehren wir'zu der ersten Tonart, der ionischen, zurück, sosehen wir ihre Terz, das Zeichen von Dur, und ihre grosseSeptime, die Unterscheidung vom Mixolydischen, als ihre karak-teristischen Töne.
Für das Lydische endlich würden die Durterz, und —als Unterscheidung vom nächsten Durtone (dem ionischen) so wievon allen andern Tonarten — die übermässige Quarte karak-teristisch sein.
D. Die Zulässigkeit fremder Töne.
So weit folgt nun das alte System streng den ursprünglichen,S. 375 aufgezeichneten Tonleitern. Allein es gestattet auch denGebrauch fremder Töne, namentlich des fis , cis, gis , b, und es;sobald nur nicht dadurch die wesentlichen Kennzeichen der Tonartvertilgt werden , eben wie auch wir uns beiläufig fremder Töne,z. B. im Durchgang oder in einzelnen keinen eigentlichen Uebergangbewirkenden Akkorden bedienen, ohne dabei die Tonart gleich zuverlassen, oder unkenntlich werden zu lassen. So konnte es denAllen kein Bedenken erregen, in der dorischen oder äolischen Ton-art z. B. die grosse Septime (in jener cis , in dieser gis) anzu-wenden ; denn nicht die Septime, sondern Terz und Sexte sind die