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Aber nur hierzu haben wir gegründeten Anlass; im Uebri-gen bleiben wir bei der obigen analogen Bildung. Wollten wirdies nicht, w'olllen wir z. B. die Harmonie der Unterdominanteebenfalls in einen Durdreiklang (d-f-a in d-jïs-a) verwandeln:so ware Moil nur in eiuem einzigen Akkorde, ja nur in einemeinzigen Tone, von Dur uuterschieden, und der Karakter beidervon zu grosser Aehnliehkeit. Die Molllonleiter*) muss also heissen:A, h, e, d, e, ƒ, gis, a.
So fodert es, mit Rücksicht auf harmonische Behandlung, ihrKarakter.
In dieser Weise enthalt sie allerdings einen auffallenden Schritt— und zwar wieder auf dem anstössigen Punkle zwischen dersechslen und siebeuten Stufe; f-gis ist eine übermassige Sekunde,ein Schritt von anderthalb Tonen, wahrend wir sonst nur halbeoder ganze Tonschritte in der Tonleiter kennen. Auch dem Ge-hör fallt dieser Schritt natürlich als ungewöhnlich, als herb auf, undman hat, urn ihn zu vermeiden, fi in fis verwandelt, die Tonleiteralso so gebilde t:
A, h, c, d, e, fis, gis, . a.
Allein dabei konnte man sich nicht bergen, dass durch fis, wiewir oben gesehn, der Unterschied der Tongattungen fast ganzaufgehoben wird. Man setzle daher fest: wenn die Tonleiterhinaufsteige, solle sie, wie oben,
A, h, c, d, e, fis, gis, a
heissen, wenn sie aber hinabsleige, daim müsse manA, J\ e > d, c, h, a
nehmen. Dies sind aber oflenbar zweierlei Molltonleitern, odereine Molltonleiter, die nicht mehr diatonisch ist, in der zwei Stufendoppelt enthalten sind:
A, h, c, d, e, ƒ, fis, g, gis, a,
*) Auch die Molltonarten dürfen aus der allgemeinen Musiklehre als bekanntvorausgesetzt werden. Indess der Sieherheit wegen bemerken wir: jede Moll-tonart unterscheidet sich von ihrer Durtonart (das heisst, von der auf der-selben Tonika begriindeten) in Terz und Sexte, die in Dur gross , in Moltaber klein sind. CAur z. B. heisst
c > d, E, ƒ, g, A, h, c,
Cmoll dagegen
c, d, Es, J, g 1 , As, h, c.
Man sieht (vergl. S. 100) hieraus auch, dass die Vorzeichnung der Molltönenicht genau mit ihrem Inhalt iibereinstimmt; sie giebt die siebente Stufe alskleine Septime an (in Cmoll ist z. B. auch b vorgezeichnet, obgleich h ge-braucht wird, — in v^moll feblt die Vorzeichnung von gis, in ümoll die voncis) wahrend diese des Dominantdreiklangs und Dominant-Akkordes wegengross sein muss.