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Stalt seiner wurde also das Umgekehrle, ein abwarts führenderTerzengang des Ëasses, ergriffen. So das Uebrige.
Offenbar liegt in diesem Entwurfe Folgeriehtigkeit derHarmonie-Entwicklung, und fast überall ist das nachsle ergriffen.Wir wissen aber, dass es gar viel folgerichtige Wege der Modu-Iation giebt, und dass wir nicht durchaus an das jedesmalige Nachstegebunden sind, sondern mit Maass und Grund davon abgehn dürfen;es kann also an reichem Bildungs- und Uebuugsstoff nicht mehrfehlen. Je fleissiger wir nun alle Akkord-Verknüpfungen in allenLagen, Umkehrungen und Versetzungen der Stimmen in enger undweiter Harmonie — übrigens auch in allen Durtonarten — durch-afbeiten, desto gewandter und reicber wird die Erfiudungskraft sichentfalten; je bestimmter wir uns die Gesetze und Grimde fiir jedenSchritt vorbalten, desto scharfer undschneller wird unser Urtheil, destosichrer wird es uns künftig in weit verwickeltern Aufgaben leiten.
Noch eine Betrachtung knüpft sich an den letzteu Bliek iiberalles bisher Erlangte; sie giebt uns
die Rechlfertigung der Durtonleiter.
Wir haben namlich zu Anl'ang die Durtonleiter angenora-men, wie sie einmal im Gebrauch ist. Schon dies dient einiger-massen zur Rechtfertigung; denn der Gebrauch hat sein Rechtund seinen Grund im Volkssinne. Seitdem wir aber zur Harmoniegelangt sind, gewinnt die Frage, ob die Durtonleiter, wie wir siebesitzen, auch wohlgebildet ist? neue Wichtigkeit. Wir habennamlich zu bedenken: ist sie auch wohlgebildet fiir harmonischeBehandlung? enthalt sie den Stoff zu genügender Modulation? lasstsie sich auch harmonisch als Ganzes abschliessen, wie melodischdurch die Tonika an ihren beiden Enden?
Diese Fragen können jetzt bejaht werden. Drei grosse, dreikleine, ein verminderter Dreiklang und der Septimen-Akkord, dazualle Umkehrungen dieser Akkorde geben mannigfache Mittel, dieTonleiter und alle daraus zu bildenden, in ihr selbst enthaltnenMelodien zu harmonisiren; der Dominant-Akkord giebt vollkomm-nen Abschluss, die grossen und kleinen Dreikliinge deuten sinnreichauf die nachstverwandten Tonarten, fiir halbe und unvollstandigeSchliisse zeigen sich genügende Tonmittel in Harmonie wie Melodie.
Wir dürfen jetzt
den Begriff einer Tonart
dahin festsetzen, dass eine solche melodisch und harmonisch zurHervorbildung vollkommen genügender musikalischer Satze und Pe-rioden geeignet sein muss*).
') Hierzu der Aohang 15 .