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C. H. Bitter.
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Alle geistlichen Kompositionen aus dieser Zeitperiode Friede-manns sind schwerfällig und mühsam gearbeitet, unsanglich, inkleinlicher Weise gekünstelt, ohne Wohlklang und große Auffassung.Man findet in ihnen durchaus nur, was aus der Schule des Vaterssich mit Nothwendigkeit von selbst ergab, unverändert, ohne daßNeues, Eigenes hinzugetreten wäre, das Meiste ohne jenen tiefen In-halt, ohne die großartige Würde und die Kraft der Erfindung, welchedie Werke Seb. Bach's gekennzeichnet hatten. Große Wirkungendes Chorgesanges im polyphonen Stil zu erreichen, war ihm nichtgegeben. An Emanuel Bach's Heilig oder an dessen Magni-ficat reicht kein einziges Stück der Friedem annschen Kantatenheran. Der Choral wird nicht in dem großartigen Stil des Vatersansgenutzt. Die Arien sind, wenn auch hie und da nicht ohneSchönheiten und feine Instrumental-Wirkungen, doch voll von Son-derbarkeiten und Übertreibungen mancherlei Art. Überall fehlte ihmdas Gesangliche und die Melodie.
Wenn Emanuel Bach in seinen für bestimmte Zwecke ge-setzten kirchlichen Kompositionen (Passionen, Prediger-Einführungs-Musiken) dem banalen Wohlklang, melodischer Reizlosigkeit huldigte,ohne irgendwie der Tiefe des Ausdrucks, der Würde und dem Ernstdes kirchlichen Zwecks entsprechen zu wollen, so war bei Friede-mann Bach die Verknöcherung des Systems, der Formenkultusdes alten polyphonen Stils zu beklagen. Es ist dabei eine leidernur zu bekannte Thatsache, daß sein Genie (und für instrumentaleTechnik und Wirkungen war dasselbe in ihm lebendig) in Trunk-sucht und mürrischer Sonderbarkeit untergegangen ist. In Halletrat die unglückliche Neigung zum Trunk und diese wunderlichegeistige Disposition zuerst hervor und entfremdete ihn nicht nur demUmgänge mit gebildeten Menschen, sondern stellte ihn auch seinenMitbürgern und der Welt abstoßend und feindlich gegenüber. Demtrat jene übergroße Zerstreutheit hinzu, die sich schon in der Jugendbei ihm bemerkbar gemacht hatte. Alles dies trieb ihn in ein un-geordnetes und nach und nach in völliger Zerrüttung nach innenund nach außen sich bewegendes Leben. Als sein großer Vater dieAugen geschlossen hatte, war der letzte Halt für ihn verloren. Viel-leicht fühlte er dies selbst und suchte nach einer neuen Stütze fürsich und seine Existenzverhältnisse.
Acht Monate nach des Vaters Tode, in seinem 41. Jahre,