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Die Jobsiade : ein grotesk-komisches Heldengedicht in 3 Theilen
Entstehung
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ü. Da brauchten sic also sich nicht zu schem'ren,

Um auf neue Predigten zu studiren,

Sondern sie hielten jene, Jahr aus Jahr ein,Von Neujahr bis zu den unschuldigen Kinderlein.

7. Auch für außerordentliche Begebnissen,Kopulationen, Taufen und Begräbnissen,

Hatten sie in ihrem Pulte früh und spatEinige hübsche Reden im Vorrath.

8. Diese wußten sie dann nach Standesgebühren,Nach Proportion der Zahlung zu ertendiren;

Denn wo nur wenig Gebühren gab,

War die Rede meist etwas schaal und knapp.

9. Einige trieben ihre Kunstgriffe noch weiter,

Und nahmen sogar, als rüstige Reiter,

Aus der Postille sich dann und wannSonntags eine Predigt zum Vorspann.

10. Herr Pfarrer Jobs hatte aber gar nicht nöthigSeine Predigten zu haben vorräthig,

Denn sein geistliches RednertalcntWar, wie wir schon wissen, ercellent.

11. Er brauchte nur einmal am Ermel zu rütteln,

So konnte er gleich 'n halb Dutzend heraus schütteln;

Das heißt: Ihre Verfertigung that gar nicht weh,Er konnte sie machen er tempore.

12. Ohne sich an gewöhnliche Texte zu binden,Pflegte er immer solche zu wählen und zu finden,

Welche die Gelegenheit odersonst'gesBedürfnißIhm als nützlich für die Leute anwies.