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Glauben. 559
urtheilung mehr ungestüm als überleget, und mehr Vennes,sen als beleuchtet ist; eine Jugend, welcher alle Pflichten derReligion lästig und unbeqnem scheinen, weydet sich mit Be,gierde an jenen Schartecken, die voll sind von verfängliche»Dernunstschlüssen, von denen sie nicht fähig ist, den Fehlerzu ergründen; von verleumdrifchen Geschichten, derer Falsch,heit sie nicht erkennt; von hitzigen Straf, eben, derer Bos,heit und Abscheulichkeit sie nicht gewahr wird. Wenn siedurch dieses unselige Lesen angestecket ist, was für ein Vor,urtheil, was für eine Abneigung, was für einen Abscheumuß sie nicht gegen diese wichtigsten, nothwendigsten, unrverwerflichsten Wahrheiten an sich nehmen? Dreß sind dieGefahren des Glaubens; und um diese zu vermeiden, wollenwir den verdammlichen Grundsätzen der Ungläubigen etlicheSähe dagegenstellen. ,
Erster Satz.
Die Vernunft sechsten leitet uns zu einer gänzliche»und vollkommenen Unterwerfung an die Wahrhei-ten des Glaubens.
Beweis des Katzes. Möchten schon Wahrheitenin sich ftlbsten immer so dunkel ftyn, und sollten wir immerso viele Widersehunq fühlen, dieselben anzunehmen; wennuns dennoch die Vernunft zeiget: i. daß diese Wahrheitenvon jenem Herkommen, welcher die Wah heit sechsten, diehöchste, ewige Wahrheit, und der einzige Ursprung allerWahrheit ist; 2. daß aus diesen Wahrheiten die höchstenund erhabensten Begriffe entspringen, die wir von der Gott»heit haben; z. daß diese Wahrheiten dem Menschen alles,was von ihm die unveränderliche Ordnung fodert, das ist,alle seine Pflichten und seine wahren Vorkheile, entdecken:
alsdann