den Naturgesetzen sich nicht reimt. EinMensch, der sein Urtheil bildet, sieht miteinem mal lebhafter ein, dass er oft pflicht-widrig handelt, und darin sich seihst ver-werflich vorkömmt. Er glaubt in diesem Be-wustseyn die Forderung zu finden, dass ersich bessern solle, dass er seine bisherige Ge-sinnung verlassen, und eine andere anneh-men solle, anstatt aber darin die Aufforderungzu erkennen, sich in der Tugend zu üben,und so allmählig zur Ruhe des Gewissens zugelangen , meint er die Forderung zu sehen,ir.it einem mal ein anderes Leben anzufangen,sich auf eine in der Natur unmögliche Weisenaturgemäss zu bekehren.
Wenn er aber diese Aufforderung zurBekehrung näher ansieht, so entdeckt er denWiderspruch, und fängt nun an, an seiner-ganzen sittlichen Überzeugung zu zweifeln,indem ihm die Freyheit etwas mit der Naturunvereinbares scheint. Der Fehler liegt hier' «her-nur darin , dass die Freyheit, anstatt indas Wollen seihst gesetzt zu werden, in einVermögen gesetzt wird , den Willen zu än-dern , eigentlich bloss durch den Verstand,und nicht durch sich selbst. Alan verlangtvon einer blossen Bildung der Einsicht, in-dem