Druckschrift 
Wissen, Glaube und Ahndung
Entstehung
Seite
254
Einzelbild herunterladen
 

254 Ahndung.

nisses stiftetj_ allein religiöse Mysterien wer»den sich nicht auf diese Weise stiften lassen.Religiöse Geheimnisse sind nicht von derArt, dass sie dem Volke zwar verborgenbleiben müssen, den Auserwählten, Eingeweih-ten der geheimen Gesellschaft aber offenbarwerden könnten, sondern sie sind jedemMenschen gleich unmöglich zu enträthseln.Wenn ein philosophischer Priester seine Schü-ler in die Mysterien seiner geheimen Lehrectinweiht, und ihnen das innere Auge öfnet,so sind sie entweder alle beyde, oder dochwenigstens die Schüler betrogen, und dietranscendentale Staarstecherey wird nur aufeinephilosojthisclie Verblendung hinauslaufen.IDenn die Geheimnisse der Ahndung sind noth-wendige Geheimnisse für jede endliche Ver-nunft durch die Schranken ihres W esens.

Sobald wir im Glauben über die erstereine Idee des Unendlichen hinausgehen, be-dienen wir uns immer endlicher Vorstellungenvon Erscheinungen, um das Ewige zu erken-nen , unsre Erkenntniss wird darin eigentlichnur symbolisch und erhält bloss bildlichenWerth. Jede nähere Ausbildung; unsers Glau»bens an das Ewige verliert sieb nothwendigin Anthropomorphismus, wir können uns

alles