Druckschrift 
Wissen, Glaube und Ahndung
Entstehung
Seite
103
Einzelbild herunterladen
 

Wissen.

iQ5

So wiesle also noch ganz mit ihrem Sküne befangen ist, beurtheilt sic den Werth derDinge nur darnach, wie sie ihr Lebensgefühl.begünstigen oder hemmen, sie gibt dem An-genehmen den Werth, dem Unangenehmenden Unwerth, und handelt dem gemäss , in-dem sie bloss nach Genuss strebt, und widri-ge Empfindungen abzuwehren sucht.

Wenn sich aber der Verstand auszubildenanfängt, so mengt sich gleich mit dem [blosssinnlichen Interesse ein eignes Interesse desVerstandes, welches den eigentlich eigen-nützigen Trieb nach Glückseligkeit belebt.Denn nun sieht die Vernunft ihren Werth inihrem ganzen Wesen, und vorzüglich in ih-rer Bildung, sie beurtheilt die Dinge nichtbloss nach ihrer Annehmlichkeit, sondernauch nach ihi-em Nutzen, sucht ihr Glücknicht bloss im Genüsse, sondern sucht in'Ver-gleichung mit andern zu gelten. Das höch-ste Bestreben dieses Triebes ist sich so vielmöglich der Vollkonnnenheit zu nähern, undin dieser Annäherung Selbstzufriedenheit zufinden.-

Mit dieser Bildung des Verstandes ent-wickelt sich ihr denn auch das Wesen der

Vor-