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Drittes Bändchen (1840)
Entstehung
Seite
55
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auf dem das Gepflanzte wachsen sollte. Das bloßeDrcssiren war ihm ein Gräuel, er erkannte darineine moralische Faulheit, bei welcher der Lehrer einenscheinbaren Erfolg vor der Welt erzielen will, ohnesich selbst die Anstrengung zuzumuthen, die das Leh-ren und das Lernen allein fruchtbar macht. DieserSinn war es auch, der sein Verhältniß zu seinenCollege« bestimmte. So willig er sich unterordneteund zurückftand, so entschieden achtete er nur denLehrer, der an Gewissenhaftigkeit mit ihm wetteiferte,und wo er einen solchen fand, mit dem war er baldbe'reundet, ohne daß die Sonderung, die sonst wohlzwischen studieren und nichtftudirren Lehrern statt-findet, aus seine Meinung oder sein Benehmen dengerirgften Einfluß gehabt hätte. Dagegen hat erseine' Indignation über die faulen und bequemen,welch', unvorbereitet in die Elaste kamen, und wohlgar sch von den Schülern unterhalten ließen, stattsie zu unterrichten, mehr als einmal zu sehr denLauf Massen.

Als er vierzig Jahre so gedient hatte, war seineKraft dahin. Sein Tag war heiß, sein Abend trüb;aber was er in Glauben, Liebe, Hoffnung gethanhat, das 'st geblieben und mehrt sich im Laufe derZeiten, und wer ein gläubiger Zeuge seiner schwerenTagesarbeit var, der weiß gewiß, daß der treueKnecht auch für sich nicht umsonst gearbeitet, unddaß die göttliche Gnade ihm auf den trüben Abendeinen um so chöneren Morgen hat aofgeheu lassen.