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6 (1913) Die Fabeln und Schwänke in den Meistergesängen
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146 a. Der Wüstling.

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146a. Der wüestling.In fraw erenthon Erenpoten.

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1 .

/AJn reicher kawffman het ein sün,

LIsi, Ein wüestling, gar müetwillig,

Der wolt gentzlich kein güet nit thün;Kein zuecht halff an dem lawren,

DaS sich der Vater gantz verwage sein.

Dacht doch, er möcht im alter sichPekeren, leben pillig,

Darümb lies er im haimelich

Oben im gwelb einmawren

Mit einem eysren ring ain runden stein.

Doch also leis, wen man am ringe züege,Das der stain aus dem gwelb herüber schlüege,Legt oben auf den ründen stain verporgenZwelff hündert stueck in clarem golt;

Darmit er seinen wüestling woltNach seinem dot gar reichlichen versorgen.

2 .

Der alt fodert sein sün vnd sprach:

Kain straff hast angennmen;

Solch ellent Wirt dir folgen nach,

20 Das dw dich selb wirst hencken.

Des Hab ich noch zw dir mein letzte Pit:

Wen solcher jamer dich pezwing,

Das solch armüt ist kämen,

So henck dich doch an disen ring!

25 Thw mein darpcy gebenden!"

Der sün veracht die wort nach seinem sit.

Nach wenig tagen, als der alt gestarbe,Der jung hilt Haus, Pis das er gar vertarbe,Haws vnd hoff er in armüet gar verpfendet;30 Vmb hilff kam zw den gsellen sein,

146a (1208). AD5, LI. 282. Quelle: Paulis Schimpfund Ernst, Anhang (H. Oesterley, Nr. 16. 8.400 k.). Ygl. Mon-tanus, Schwankbüchei 1 S. 584. Euphorion 15,10.