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5 (1904) Die Fabeln und Schwänke in den Meistergesängen
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369
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829. Der durch einen Traum erhängte Mönch. 369

Von welchem im getraümet het.

Haimlich der münich lawffen bet15 Aus dem kloster, frolich vnd küen,

Bnd kam des abencz spate,

2 .

Zw her bergen in ein wirczhaüs.

Als er sich legt, wolt ruen aus,

Der deüffel im im traüm erschin,

20 Sprach:Thw dich pald aufmachen!

Kümpstw int stat nit morgen frw,

So versäumest das Pistüm dw."

Der güet münich erwacht darin,

Dacht: wie det ich den suchen?

25 Legt sich pald an vnd war nit faulVnd schlich rab in rostale,

Da het der Wirt ein gueten gaül,

Dacht: zwifach ich den zale,

So Pald das pistüm mir get on.

30 Er satelt den vnd rait darfon,

Auf das zv rechter zeit köm er.

Als der Wirt auf det wachen8 .

Bnd ging in stal, den gaul nit vant,

All Pauren er im dorff aufmont, [Bl. 84]

35 Vnd rieten schnell dem münich nach.

Der wart von in gefangen,

Vnd sprach in an vor dem gericht.

Dem müenich halff kain antwort nicht,

Ein strenges vrtail man im sprach:

40 Am galgen müest er hangen.

So mislüng im sein prelatür,

Müest sein Hoffart wol püesen.

An dem galgen er Pischoff wüer,

Gab den segn mit den füesen.

45 Also wer helt auf traümes künst,

Macht der dewfel ein plaben dünst,

Pis er in in sein garen pring,

Wies dem münich hat gangen.

Anno salutis 1552, am 24 tag Nouembris.

8. Saclis, Schwänke 5. 24